Oberhausen. .

Engagierte Lehrer sind Mangelware? Von wegen, in Oberhausen reiht sich Vorzeigeprojekt an Vorzeigeprojekt. Das jüngste Beispiel: Die Emscherschule führte am Dienstag die „Zauberflöte“ auf.

Schulleiterin Brigitte Ahrens räumt ein: „Ich hatte ungeheures Lampenfieber.“ Eine Woche lang bereiteten die Lehrer das Thema Oper in allen Klassen vor. Die Kinder erfuhren, wer Mozart war, wovon sein Stück handelt. „Wir fertigten aber auch Mozartkugeln an und eine Gruppe widmete sich der Mode dieser Zeitepoche“, erzählt Brigitte Ahrens. Zwölf Schüler der dritten und vierten Klassen schlossen sich zur Schauspielgruppe zusammen. Tag für Tag wurde fleißig geübt. „Bis jeder von uns jede Rolle konnte“, erzählt Marvin (10) stolz.

„Nein“, gesteht Jasmin (10), „in der Oper bin ich vorher noch nie gewesen“. - „Wir auch nicht“, stimmen Alissa (10), Fatima (11), Farida (9), Ajlena (11) und Berivan (9) ein. Ins Kindertheater würden sie aber schon regelmäßig gehen - auch dies übrigens mit ihrer Grundschule.

Da aber jedes Kind in dem Stück mitspielen sollte, ließen sich die Lehrer etwas Besonderes einfallen. „Vor der Pause traf sich die ganze Schule - eine Kollegin griff zur Gitarre und dann wurde das Lied der Sklaven geprobt“, erzählt Brigitte Ahrens. Was die Pädagogin selbst überraschte: „Die Kinder wollten das Lied ständig wiederholen - und es gab nicht eine einzige Situation, in der das Ganze ins Alberne zu kippen drohte.“

Gut vorbereitet wagten sich die Schüler ins große Abenteuer. Professionell angeleitet wurden sie am Premierentag von Irene Hahn und Gregor Braun von der Kinderoper Papageno. Die beiden Wiener sind Opersänger aus Leidenschaft. Gemeinsam mit Kollegen haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder für die Oper zu begeistern - touren inzwischen nicht nur durch österreichische Schulen, sondern auch durch deutsche.

Die Emscherschüler sind hochkonzentriert. Feierlich betritt Prinz Tamino (Kevin, 9) die Bühne. Von der Königin der Nacht (Charlotte, 10) wird er ausgesandt, um ihre Tochter Pamina (wechselweise Lara, 9, und Sarah, 8) zu retten, die vom Fürsten Sarastro (Benjamin, 10) entführt wurde. Vogelfänger Papageno (Gregor Braun) hilft ihm dabei.

„Das war toll“, rufen die Kinder, als Papageno zum Schluss das Herz seiner Papagena (Irene Hahn) gewinnt und: „Zugabe, Zugabe.“ Die geben sie sich selbst: Das Lied der Sklaven wird noch einmal gesungen. Jetzt wollen die Kinder unbedingt in eine „richtige Oper“: „Weil die da so hoch und tief singen können - und so schöne Geschichten erzählen.“ Brigitte Ahrens überlegt: „Mal sehen, wo Opern für Kinder aufgeführt werden - das kriegen wir schon hin.“