Mülheim. Der Mülheimer Pfarrer Michael Manz lädt zum Karnevalsgottesdienst in die Immanuelkirche ein. Wir haben ihn nach seinen Beweggründen gefragt.

Der evangelische Pfarrer Michael Manz lädt am kommenden Sonntag, 16. Februar, um 11 Uhr zum Karnevalsgottesdienst in die Immanuelkirche in Styrum ein.

Warum sollte man den Karnevalsgottesdienst in der Immanuelkirche auf keinen Fall verpassen?

Michael Manz: „Euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ Das versuchen wir umzusetzen: Durch die Mitwirkung der Tollitäten und einiger Karnevalsgesellschaften, aber auch mit einem kirchenkabarettistischen Blick nach Innen und mit einer Büttenpredigt des Pfarrers, durch die die biblischen Parallelen von „Narr“ und „Prophet“ hoffentlich deutlich werden. Aber natürlich wird auch kräftig gesungen, zum Beispiel: „Wir lieben das Leben und glauben an den lieben Gott.“

Warum engagieren Sie sich als Pfarrer im Förderkreis des Brauchtums Mülheimer Karneval?

Der Mensch braucht Rituale in seinem Leben, sie geben gerade in einem digitalisierten „global village“ Sicherheit. Das Brauchtum, das auf seine Weise Traditionen pflegt, ist gerade im Bereich des Karnevals ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Lebens. Es vermittelt Werte. Nicht umsonst wird die Jugendarbeit im mölmschen Karneval großgeschrieben und gepflegt. Karneval und Kirche ergänzen sich auch hier, und das gilt ja auch außerhalb der Session.

Was verbindet den karnevalistischen Frohsinn mit der Frohen Botschaft?

Ein koreanisches Sprichwort sagt: „Wer einen Menschen zum Lachen bringt, tut ein gutes Werk.“ Und gute Werke zu tun, das ist ja wohl eine d e r Aufgaben eines Christenmenschen schlechthin. Im Talmud heißt es: „Gott will frohe Menschen. Der Satan will traurige.“ Und in den Tagen und Wochen vor der Passionszeit ist es gut und wichtig, noch einmal „aufzutanken“, sich des Lebens zu freuen, um mit dieser „Reserve“ auch die weniger frohen Ereignisse in einem jedem Leben bestehen zu können. Alles zu seiner Zeit eben! Martin Luther wies schon vor 500 Jahren darauf hin: „Wo Glaube ist, da sind Lachen und Freude.“