Handwerker und Künstler präsentieren sich beim alljährlichen Markt in Sodingen mit viel selbst Gefertigtem vom Schal bis zum Guckkasten.

Herbstliche Farben und der Geruch von frischgebrühtem Kaffee begrüßen die Besucher des Kunst- und Handwerkermarktes in der Sodinger Akademie Mont-Cenis. Dunkelrote und braune Filzjacken hängen neben bunten Schals und Mützen.

„In diesem Jahr haben wir über 60 Stände“, erklärt Elisabeth Hämel, die bereits seit 20 Jahren gemeinsam mit ihrer Familie Kunst- und Handwerkermärkte organisiert. „Das Besondere ist hier in der Akademie immer die Atmosphäre“, erklärt sie. „Es gibt viele außergewöhnliche Künstler und Handwerker, die Jahr für Jahr ihren Weg in die Akademie finden.“ In diesem Jahr sei es besonders die Kunst, die ihren Weg zurück in die Akademie gefunden habe.

Seit 1986 hat sich Renate Scheid dem Malen verschrieben. „Die Kunst hat mir geholfen, eine schwere Zeit in meinem Leben zu überwinden“, sagt sie. Auf dem Kunst- und Handwerkermarkt stellt sie vor allem Acryl auf Leinwand aus. „Mein Stil ist gegenständlich und modern zugleich“, erklärt die Künstlerin.

Modern sind auch die Guckkästen von Werner Götten. „Guckkästen oder Dioramas haben ihren Ursprung im 15. Jahrhundert“, erklärt er. Mit Fotos, Farbe, Gegenständen und kleinen Figuren gestaltet der Düsseldorfer Bilder in 3D. Oft lässt er sich von Worten und Redewendungen inspirieren. Ein Beispiel dafür ist das Werk „Bildungslücken“. „Für das Bild habe ich die Buchrücken von einer mehrbändigen Enzyklopädie im Hintergrund befestigt. Einige Bände fehlen. Davor gehen allerlei verschiedene Menschen ihrem Alltag nach. Das soll symbolisieren, dass jeder von Bildungslücken betroffen ist.“

Der Arbeitsaufwand für die Bilder ist unterschiedlich, an manchen Bildern arbeitet der Hobby-Künstler bis zu zwölf Tage lang. „Meine Motivation ist es herauszufinden, ob ich das, was ich im Kopf habe, auch umsetzten kann“, erklärt Werner Götten.

Besucherin Karin Roth besucht oft und gerne Kunst- und Handwerkermärkte. „Ich bin hauptsächlich hier, um Anregungen für meine eigenen Projekte zu finden“, sagt sie. „Oft sieht man ein tolles, neues Strickmuster oder einen Schnitt, den man unbedingt selber mal ausprobieren möchte.“

Anregungen zum Stricken und Basteln findet man am Stand von Gabriela Bornemann zur Genüge. Gestrickte Pullover und Schals hängen an Kleiderstangen, während Schmuck und Deko auf dem Stand stehen. Seit zehn Jahren betreibt die Hernerin ihr Hobby mit viel Herzblut. „Ich bringe mir oft Materialien aus dem Urlaub mit“, verrät sie. Und fügt an: „Ich arbeite besonders gerne mit Holzmaterialien, Filz und Natursteinen.“ Trotzdem kommen die selbst gestrickten Kakteen in allen Größen, Formen und Farben bei den Besuchern am besten an.