Ennepe-Ruhr.

Der Klimawandel wirkt sich auf die heimische Tierwelt aus. Vögel, die früher gen Süden zogen, bleiben lieber daheim.

Ab in den Süden – nicht nur Menschen zieht es dorthin, wo es warm ist und die Sonne scheint. Auch einige Vögel fliegen im Winter in den Süden. Die Witterung lässt die Flora zur Ruhe kommen, für die Fauna bedeutet ein kalter Winter einen harten Kampf ums Überleben. Hierbleiben, wegziehen und ein Verhalten dazwischen – das sind die Optionen.

Aber die Tiere ändern ihr Verhalten. „Standvögel, Strichvögel, Zugvögel: so hat man früher unterschieden“, sagt Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger vom Nabu. Standvögel bleiben der Theorie nach in ihrer Brutheimat, während Strichvögel schlechter Witterung nur kleinräumig ausweichen. Grundsätzlich könne jeder Vogel ziehen, das sei genetisch veranlagt, sagt er. Das gilt auch für das Rotkehlchen, das vielen als einer der Daheimbleiber gilt. „Das unsere Vertreter nach Frankreich fliegen, wusste man lange nicht.“ Dafür überwintern in Deutschland Rotkehlchen aus dem Baltikum. Sie gelten als Teilzieher.

Wer die Tiere beobachtet, sieht daher inzwischen öfter Vögel zu ungewohnten Zeiten. Und damit interessante Entwicklungen. So würden Stare viel kurzfristiger reagieren und flögen zur Kanalküste zwischen England und Frankreich und wieder zurück. „Der Kemnader See ist in dieser Region ein Ziel geworden für Haubentaucher oder die Schellente, die dort brütet. Früher undenkbar“, meint Griesohn-Pflieger.

Die Mönchsgrasmücke ist ein weiteres Beispiel für einen Vogel, der sein Zuggebiet geändert hat. So überwintert sie nicht mehr in Spanien, sondern verstärkt in England. „Die Engländer füttern wie verrückt“, sagt Griesohn-Pflieger. Das bringt gegenüber den Pyrenäen den Vorteil, dass sie schneller und damit früher wieder zu uns zurückkehren. Und in guter Verfassung.

Die Mönchsgrasmücke wird aber auch bei uns beobachtet und gilt als einer der neuen „Überwinterer“. So kehren auch Mauersegler und Schwalben deutlich früher zurück, als vor einigen Jahren. „Die Mauersegler schaffen inzwischen zwei Bruten – das ist viel“, erläutert er. Oder auch der Zilpzalp. Der ziehe normalerweise nach Nordafrika oder Mallorca im Winter, sagt Griesohn-Pflieger. Nun versuche er, hier zu bleiben.

Der Klimawandel sei ein Grund dafür, dass die Vögel ihr Verhalten ändern. Das führt dazu, das andere Vögel verdrängt werden. „Die Frage der Verdrängung ist sehr kritisch zu betrachten“, meint der Vogelkundler. So würden die Meisen früher brüten. „Das sei für die Singvögel aus Afrika schlecht, sagen einige Experten. Andere verneinen dies.“

Strategien gibt es viele, um im Winter zu überleben. Dass Zugvögel es besser hätten, lässt sich nicht unbedingt behaupten. Der lange Flug kostet Kraft, Zeit und birgt die Gefahr, das sich in der Zwischenzeit Lebensräume ändern und sich eben andere Vögelarten ausbreiten. Für die Vögel, die hier bleiben, gibt es die Optionen: mehr brüten, wie der Zaunkönig, sich voll fressen, wie die Amsel oder sich anpassen.

Vögel kommen auch häufiger in die Stadt, wie Buchfinken oder Möwen, die auf Märkten und Schulhöfen nach Nahrung suchen. Gründe dafür: die höhere Temperatur und eben die Futterstellen, ob direkt oder indirekt durch Komposthaufen. Ein sehr interessanter Vogel, der sich eindrucksvoll umstellt, ist die Heckenbraunelle. Sie hat ihre Nahrung von Insekten auf Körner umgestellt. „Der Magen zermahlt die kleinen Körner“, erläutert Griesohn-Pflieger. Das sei erst erforscht, seit die Vögel markiert würden. Mit dem zusätzlichen Ergebnis: die Heckenbraunelle zieht nicht weg. „Das war vor 40 Jahren selten, heute ist es selbstverständlich.“

Der Klimawandel wirkt sich auf die heimische Tierwelt aus. Vögel, die früher gen Süden zogen, bleiben lieber daheim.

Ab in den Süden – nicht nur Menschen zieht es dorthin, wo es warm ist und die Sonne scheint. Auch einige Vögel fliegen im Winter in den Süden. Die Witterung lässt die Flora zur Ruhe kommen, für die Fauna bedeutet ein kalter Winter einen harten Kampf ums Überleben. Hierbleiben, wegziehen und ein Verhalten dazwischen – das sind die Optionen.

Aber die Tiere ändern ihr Verhalten. „Standvögel, Strichvögel, Zugvögel: so hat man früher unterschieden“, sagt Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger vom Nabu. Standvögel bleiben der Theorie nach in ihrer Brutheimat, während Strichvögel schlechter Witterung nur kleinräumig ausweichen. Grundsätzlich könne jeder Vogel ziehen, das sei genetisch veranlagt, sagt er. Das gilt auch für das Rotkehlchen, das vielen als einer der Daheimbleiber gilt. „Das unsere Vertreter nach Frankreich fliegen, wusste man lange nicht.“ Dafür überwintern in Deutschland Rotkehlchen aus dem Baltikum. Sie gelten als Teilzieher.

Wer die Tiere beobachtet, sieht daher inzwischen öfter Vögel zu ungewohnten Zeiten. Und damit interessante Entwicklungen. So würden Stare viel kurzfristiger reagieren und flögen zur Kanalküste zwischen England und Frankreich und wieder zurück. „Der Kemnader See ist in dieser Region ein Ziel geworden für Haubentaucher oder die Schellente, die dort brütet. Früher undenkbar“, meint Griesohn-Pflieger.

Die Mönchsgrasmücke ist ein weiteres Beispiel für einen Vogel, der sein Zuggebiet geändert hat. So überwintert sie nicht mehr in Spanien, sondern verstärkt in England. „Die Engländer füttern wie verrückt“, sagt Griesohn-Pflieger. Das bringt gegenüber den Pyrenäen den Vorteil, dass sie schneller und damit früher wieder zu uns zurückkehren. Und in guter Verfassung.

Die Mönchsgrasmücke wird aber auch bei uns beobachtet und gilt als einer der neuen „Überwinterer“. So kehren auch Mauersegler und Schwalben deutlich früher zurück, als vor einigen Jahren. „Die Mauersegler schaffen inzwischen zwei Bruten – das ist viel“, erläutert er. Oder auch der Zilpzalp. Der ziehe normalerweise nach Nordafrika oder Mallorca im Winter, sagt Griesohn-Pflieger. Nun versuche er, hier zu bleiben.

Der Klimawandel sei ein Grund dafür, dass die Vögel ihr Verhalten ändern. Das führt dazu, das andere Vögel verdrängt werden. „Die Frage der Verdrängung ist sehr kritisch zu betrachten“, meint der Vogelkundler. So würden die Meisen früher brüten. „Das sei für die Singvögel aus Afrika schlecht, sagen einige Experten. Andere verneinen dies.“

Strategien gibt es viele, um im Winter zu überleben. Dass Zugvögel es besser hätten, lässt sich nicht unbedingt behaupten. Der lange Flug kostet Kraft, Zeit und birgt die Gefahr, das sich in der Zwischenzeit Lebensräume ändern und sich eben andere Vögelarten ausbreiten. Für die Vögel, die hier bleiben, gibt es die Optionen: mehr brüten, wie der Zaunkönig, sich voll fressen, wie die Amsel oder sich anpassen.

Vögel kommen auch häufiger in die Stadt, wie Buchfinken oder Möwen, die auf Märkten und Schulhöfen nach Nahrung suchen. Gründe dafür: die höhere Temperatur und eben die Futterstellen, ob direkt oder indirekt durch Komposthaufen. Ein sehr interessanter Vogel, der sich eindrucksvoll umstellt, ist die Heckenbraunelle. Sie hat ihre Nahrung von Insekten auf Körner umgestellt. „Der Magen zermahlt die kleinen Körner“, erläutert Griesohn-Pflieger. Das sei erst erforscht, seit die Vögel markiert würden. Mit dem zusätzlichen Ergebnis: die Heckenbraunelle zieht nicht weg. „Das war vor 40 Jahren selten, heute ist es selbstverständlich.“