Gelsenkirchen. Das 7. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen im Musiktheater besticht mit guter Orchesterleistung und einem großartigem Solo-Posaunisten.

Gefällige Musik mit italienischem Flair und einen großartigen Solo-Posaunisten bot das 7. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen im Musiktheater. Die musikalische Leitung des Abends hatte der in Londoner gebürtige Dirigent Kevin Griffiths – und der war nach und während des gelungenen Konzertes sichtlich stolz auf die Leistung des Orchesters.

Das Zusammenspiel bei Rotas Konzert für Posaune und Orchester klappte makellos und man hatte das Gefühl, dass Solist und Orchester eine vollkommen geschlossene Einheit bildeten. Das lag zum einen an der Souveränität des Solisten Frederic Belli. Mit einer professionellen Gelassenheit spielte er schnelle Tonwechsel außerordentlich präzise und traf jeden Ton auf den Punkt genau. Sogar Rimsky-Korssakows rasend schnellen Hummelflug, den das Orchester in einem Arrangement für Solo-Posaune und Orchester spielte, meisterte er bravourös.

Es schien jedoch andererseits auch, als falle es dem Orchester leicht, mit dem Posaunisten zu musizieren und auf ihn zu reagieren. Belli ist ein Solist, der Ruhe ausstrahlt und weiß, wie man in einem Orchesterklang spielt und so zum Beispiel auch mühelos in der Lage ist, sich in den Gesamtklang hinein zu schleichen, sich aber auch behaupten kann, ohne dass die musikalische Einheit gestört wird. Bei seiner Zugabe zeigte er sich auch von der jazzigen Seite.

Die moderner klingenden Werke, das Konzert für Posaune und Orchester und der Hummelflug, wurden umrahmt von Musik aus/über Italien. Zu Anfang spielte die Neue Philharmonie die festliche Suite Nr. 2, Antiche Danze ed Arie, von Ottarino Respighi. Eine authentische und fundierte Freude war in dem Orchesterklang zu hören und die Musiker vermochten es, eine freudige Atmosphäre entstehen zu lassen. Durchweg überzeugten sie durch einen dichten Streicherklang, der jedoch nicht wuchtig, sondern immer noch flexibel war und auf Fingerzeige des Dirigenten reagieren konnte.

Die Bläser glänzten in vielen Solo-Passagen, die besonnen und mühelos gemeistert wurden. Zum Schluss des Konzerts stand Richards Strauss’ Fantasie „Aus Italien“ für großes Orchester auf dem Programm.

Am 18. März spielt die Neue Philharmonie mit dem Solisten Frederic Belli das Programm noch einmal im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen.