Nord. In einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer untermauern mehrere Akteure ihre Forderung nach einer Untertunnelung der A 59.
Mehr als 5000 Unterschriften und noch immer keine Reaktion – in der Diskussion um den Ausbau der A 59 haben Duisburger Bürger jetzt einen weiteren Versuch unternommen, sich beim Bundesverkehrsministerium Gehör zu verschaffen. Weil bislang mehrere Schreiben von Verbänden und Personen unbeantwortet blieben, soll jetzt ein offener Brief den Druck auf Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erhöhen. Darin fordern die Unterzeichner erneut, die Möglichkeit einer Untertunnelung gleichberechtigt zu einer Trassenlösung zu prüfen.
Angsträume beseitigen und Feinstaubbelastung senken
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In neun Punkten fasst der Brief nochmals die wichtigsten Argumente zusammen, die für viele Menschen im Duisburger Norden für eine Untertunnelung sprechen. Die „hässliche Trasse“ dürfe demnach schon aus städtebaulicher Hinsicht nicht zu einer noch größeren Konstruktion ausgebaut werden.
Ein Tunnel dagegen würde Angsträume beseitigen, den Radverkehr stärken und die Belastung durch Lärm und Feinstaub für die Anwohner deutlich reduzieren. Nicht zuletzt erhofft man sich eine deutliche Aufwertung des Stadtbildes mit Grünstreifen, Kinderspielplätzen und Parks auf der Oberfläche des Tunnels.
Das Schreiben verweist außerdem auf Pläne der Bundesregierung, die Fernstraßenplanung nicht ausschließlich auf den Autoverkehr auszurichten, sondern auch die Belange der Radfahrer zu beachten, etwa bei der Planung von Brücken und Überführungen. Auch dieser Aspekt würde durch eine Tunnellösung vorangetrieben.
Bisherige Schreiben an Andreas Scheuer blieben unbeantwortet
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Unterzeichnet haben den Brief Peter Dahmen als Vorsitzender des Meidericher Bürgervereins, Klaus Hauschild vom ADFC Duisburg und Gunnar Risch vom Arbeitskreis Schule und Stadtteil. Alleine durch den ADFC würden bereits rund 1150 Bürger vertreten, betonen die Verfasser, und weisen außerdem auf die Unterschriften von über 5000 betroffenen Bürgern hin, die sich ebenfalls für eine Tunnellösung ausgesprochen haben.
Alle drei Vereine sowie Oberbürgermeister Sören Link hätten sich in den zurückliegenden Wochen bereits per Brief an das Verkehrsministerium gewandt, heißt es weiter. Diese Schreiben seien aber jeweils unbeantwortet geblieben. „Das lässt uns vermuten, dass Ihnen die Dringlichkeit des Anliegens vieler Bürger nicht wichtig erscheint“, beklagen die Verfasser in Richtung Minister Scheuer. Der wird gebeten, diesem Eindruck nun mit einer Antwort entgegenzutreten.
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
In seinem Schreiben vom 8. August hatte der Meidericher Bürgerverein Scheuer bereits nach Duisburg eingeladen, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Diese Einladung habe nach wie vor Bestand, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Dahmen auf Nachfrage der Redaktion.
Den Brief unterstützen weitere Personen und Institutionen aus der Stadt, neben Bürgermeister Link unter anderem der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Rainer Enzweiler sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Jäger.