„HistoriCar“ in Duisburg – alte Schätzchen, neue Träume
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Duisburg. . Alte Schätzchen, neue Träume im Duisburger Landschaftspark Nord: Tausende Menschen strömten zur Messe „HistoriCar“, die einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Absoluter Hingucker war ein Bentley Blue Train, von dem es laut Veranstalter Ralf Goray nur noch zwei auf der Welt gibt.
Blitzlicht zuckt durch die Kraftzentrale des Landschaftsparks Nord. Das Klacken der Fotoapparate ist allgegenwärtig. Müssten die Besucher der Messe „HistoriCar” die Szenerie mit alten Geräten festhalten – der Film wäre sofort voll. Gut, dass die Kameras und Handys nicht so alt sind wie die zur Schau gestellten Autos. So nehmen manche Gäste sicher hunderte Motive der Oldtimer mit nach Hause. Wie viele Fotos geschossen wurden, lässt sich nicht sagen – ebenso lassen sich Besucherzahlen nur schätzen. Sicher ist aber: Es gibt einen neuen Besucherrekord.
Zwei Ford Mustang aus den Sechzigern im Eingangsbereich ziehen sofort die Aufmerksamkeit der Massen auf sich. Um aus dem gewünschten Winkel fotografieren zu können, muss der Autofan schon mal Schlange stehen. Wer nicht warten will, geht wenige Schritte weiter. Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug alte Schätzchen. Absoluter Hingucker ist ein Bentley Blue Train, von dem es laut Veranstalter Ralf Goray nur noch zwei auf der Welt gibt.
Unfassbar schön
Peter Lindemann (52) steht allerdings gerade vor einer weißen Corvette, Baujahr 1962. Die Hände in die Hüften gestützt steht er kopfschüttelnd da. „Unfassbar schön”, findet er den Wagen. „So ein Teil wäre mein Traum”, sagt der Oberhausener, der die Messe zum ersten Mal besucht. „Ich fahre einen alten Kadett, auch einen Oldtimer, und ich habe viel Freude daran, aber eines Tages hole ich mir eine Corvette”, ist er sicher. „Allerdings muss ich so etwas mit meiner Finanzministerin absprechen”. Damit meint er Frau Angelika. Sie ist allerdings ebenso begeistert von dem Sportwagen. „Nicht nur der, auch die anderen gefallen mir. Hier könnte man schwach werden”.
Christoph Gies ist schon öfter schwach geworden. Er nennt gleich mehrere Oldtimer sein Eigen. Einen davon stellt er auf der Messe aus: Morris Minor Traveller, einen Kleinbus von VW, ursprünglich ausgelegt für den englischen Markt. „Der Wagen war ein Geschenk für meine Frau und nicht leicht zu bekommen”. Dieser Traum auf vier Rädern ist einer der wenigen seiner Art, der das Lenkrad links eingebaut hat. „Nur ein paar Fahrzeuge wurden so hergestellt und hauptsächlich nach Holland und Belgien verkauft”, sagt er. Gies ist bei der Suche danach in Holland fündig geworden. Der Wagen ist unverkäuflich.
HistoriCar 2014 in Duisburg
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Andreas Leiter ist einer der Gäste, die mit den Ausstellern ins Gespräch kommen und über das gemeinsame Hobby plaudern. „Ich war schon einmal hier auf der Messe und bin wieder sehr begeistert von den schönen Fahrzeugen. Man kommt schnell ins Gespräch, das macht alles einfach Spaß”, findet er. Eigentlich hätte er auch ausstellen können, schließlich besitzt er einen Oldtimer: Einen BMW Cabrio 318 Ci von 1960. „Ein tolles Teil. Ich nutze es als Saisonfahrzeug. Doch ich könnte mir auch noch ein zweites altes Schätzchen vorstellen. Ich habe noch eine Garage frei zu Hause”, sagt er und lächelt. Er begnügt sich allerdings – wie die Mehrzahl der Gäste – mit dem Schauen.
Nicht nur in der Kraftzentrale reihen sich Schönheiten mit glänzendem Lack und Chrom aneinander, sondern auch draußen. Dort blitzen historische Autos im Sonnenlicht. Autofans inspizieren einige Sportwagen aus den Siebzigern bei einem Bierchen. Nicht weit entfernt lädt ein Trödel mit Autoteilen zum Bummel ein. Männer in engen Lederhosen und mit Tattoos quatschen, feilschen und kaufen, während ihre Frauen interessiert an den Ständen stöbern und Fotos von den Hochöfen des Parks schießen.
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