Duisburg. . Bundesweit verbinden die Menschen „Duisburg“ nicht in erster Linie mit der Loveparade-Katastrophe, Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) allerdings schon. Das ist das Ergebnis einer Studie der Fachhochschule Westküste aus Schleswig-Holstein.

Nach einer repräsentativen Umfrage der Fachhochschule Westküste aus Schleswig-Holstein denken die Deutschen zuerst an „Ruhrpott und Industriekultur“ und dann den Hafen, wenn sie nach „Duisburg“ gefragt werden. Erst an dritter Stelle, vor dem MSV und dem Zoo, verbinden die Befragten die Stadt mit der Loveparade-Katastrophe vom vergangenen Sommer (Kommentar zum Umfrageergebnis).

„Mich wundert das nicht. Ich habe mit diesem Ergebnis gerechnet“, sagt Duisburg-Marketing-Chef (DMG) Uwe Gerste, der die Befragung zur „Spontanassoziation“ in Auftrag gegeben hat.

7500 Teilnehmer, befragt im Herbst 2010

Die Spontanassoziation ist nur ein Teil umfangreicher Untersuchungen zweier Studien aus den Jahren 2009 und 2010, die das Image und die Kompetenzen deutscher Urlaubsziele messen.

„Wir wollten wissen, wie es um die bundesweite Befindlichkeit steht und ob diese mit der lokalen gleichzusetzen ist. Bislang wurden ja nur über die lokalen Medien Stimmungsbilder über das Image der Stadt gezeichnet. Es ist uns wichtig, ein objektives Bild davon zu bekommen, wie die Menschen in Deutschland die Marke Duisburg wahrnehmen, welche Kompetenzen sie uns als unsere Stärken und welche als unsere Schwächen zurechnen“, erklärt Gerste.

Das Ergebnis der Gesamtstudie hat er jetzt den Aufsichtsratsmitgliedern der DMG vorgelegt. Erst in zwei Wochen sollen alle Ergebnisse der Studie der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die 7500 befragten Probanden sollen Oberbürgermeister Adolf Sauerland, wenn überhaupt, dann in Negativassoziation zur Loveparade-Katastrophe genannt haben. Die Stichproben wurden im Oktober 2010, also etwa drei Monate nach dem tödlichen Unglück erhoben.

Neben der Online-Umfrage zur Assoziation „gibt es auch viele weitere interessante Ergebnisse“, betont Gerste.

So sei Duisburg beispielsweise ein interessantes Tourismusziel, wenn es um die Verbindung von Schwerindustrie und Kultur gehe. Ausgehend von diesen Erkenntnissen will die DMG künftig verstärkt gezielt Tourismuskonzepte entwerfen, die den Wünschen der Befragten entsprechen.

Der DMG-Chef und sein Statement nach der Katastrophe

„Das ist eine gute Grundlage für unsere Arbeit. Zu vermarkten hat es in Duisburg immer etwas gegeben. Als ich unmittelbar nach der Loveparade-Katastrophe in den Medien damit zitiert wurde, es gebe nichts zu vermarkten, habe ich damit die Absage einiger Veranstaltungen sofort nach der Loveparade gemeint“, stellte Gerste nun klar.