Singapur. .

Unruhe beim Fußball-Weltverband Fifa: Gerüchten zufolge wurden Nordkoreas Spieler und Trainer nach dem frühen WM-Aus gedemütigt. Die Fifa hat Ermittlungen aufgenommen.

Vier Wochen nach dem Ende der WM in Südafrika herrscht Unruhe beim Fußball-Weltverband:Das politische System in Nordkorea stellt die Fifa derzeit vor große Probleme. Gerüchte über öffentliche Demütigungen der nordkoreanischen Nationalspieler sowie Strafarbeit für Trainer Kim Jong-Hun sorgen beim Weltverband für Aufruhr. Blatter bestätigte, dass der Weltverband am Mittwoch bereits Ermittlungen gegen WM-Teilnehmer Nordkorea aufgenommen hat.

„Wir haben dem nordkoreanischen Fußball-Verband einen Brief geschrieben. Wir wollen herausfinden, ob die Medienberichte über die Bestrafungen einiger Spieler und des Trainers wahr sind. Das ist ein erster Schritt, wir werden sehen, was wir für eine Antwort bekommen. Es ist nicht einfach“, sagte Blatter.

Nordkorea war bei der WM in Südafrika nach drei Pleiten in der Vorrunde sang- und klanglos ausgeschieden. Im Auftaktmatch gegen Brasilien (1:2) hatte das Team um den Neu-Bochumer Jong Tae-Se lange gut mitgehalten, gegen Portugal (0:7) und die Elfenbeinküste (0:3) war Nordkorea jedoch chancenlos.

Dass ausgerechnet das 0:7-Debakel gegen Portugal erstmals in der Geschichte Nordkoreas live im TV übertragen wurde, schmerzte vor allem Diktator Kim Jong-Il. Die Führung des kommunistische Regimes hatte deshalb alle Nationalspieler nach der Rückkehr aus Südafrika aufgefordert, Trainer Kim öffentlich zu kritisieren.

Trainer zu harter Arbeit auf Baustelle verurteilt

Kim musste zudem aus der Arbeiterpartei austreten und wurde zu harter körperlicher Arbeit auf einer Baustelle veruteilt. Die Spieler mussten unterdessen auf einer Bühne in Pjöngjang sechs Stunden lang „ideologische Kritik“ über sich ergehen lassen.

Auch Asiens Verbands-Präsident Mohamed bin Hammam stattete vor drei Wochen der nordkoreanischen Mannschaft einen Besuch ab, Trainer Kim war indes nicht aufzufinden. „Ich habe von ihm nichts gehört. Es gibt Berichte, dass einige Spieler gequält wurden, aber ich habe das nicht mit meinen eigenen Augen gesehen. Die Ermittlungen der FIFA werden die Luft sicher reinigen“, sagte bin Hammam. (sid)