London. .
John Isner scheint ein Spezialist für lange Tennis-Matches zu sein. In der dritten Runde verlor er gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga mit 7:6 (7:3), 6:3, 6:7 (5:7), 2:6 und 17:19 – nach einer Spielzeit von vier Stunden und 24 Minuten. Diese Spieldauer mutet allerdings wie ein Wimpernschlag an im Vergleich zu jener, mit der Isner am 22. Juni 2010 in die Geschichtsbücher einging. Elf Stunden und fünf Minuten über drei Tage verteilt dauerte damals seine Erstrundenpartie gegen Nicolas Mahut, die Isner mit 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:6 (7:3) und 70:68 gewann.
Weit kürzer als die längste Begegnung der Tennis-Geschichte dauerte der Auftritt des Deutschen Alexander Zverev in der dritten Runde. Der 19-jährige Hamburger begeisterte das Publikum im All England Club mit zahlreichen Kostproben seines immensen Potenzials. Tomas Berdych aus Tschechien, Finalist von 2010, spielte in den entscheidenden Momenten jedoch abgeklärter. Nach 2:40 Stunden unterlag Zverev 3:6, 4:6, 6:4, 1:6, erntete aber großes Lob seines Kontrahenten: „Er ist ein zukünftiger Grand-Slam-Sieger. Von ihm werden wir noch viel hören.“
Zverev verkaufte sich immerhin teurer als die drei Jahre ältere Annika Beck aus Bonn, die beim 3:6, 0:6 gegen die sechsmalige Titelträgerin Williams aus den USA am Sonntag nur die einzigartige Atmosphäre genießen durfte. „Das war eine Lehrstunde, die mir gezeigt hat, wo das Limit im Damentennis ist“, sagte Beck: „Jeder Punkt war schon ein Erfolg für mich.“ Nach dem Regenchaos der vergangenen Tage wurde zum vierten Mal in der Wimbledongeschichte (nach 1991, 1997 und 2004) der spielfreie „Middle Sunday“ geopfert.
Aus für Sabine Lisicki
Für Angelique Kerber, einzig verbliebene Deutsche im Turnier, änderte sich dadurch nichts, die Weltranglistenvierte aus Kiel hatte ihr Drittrundenmatch bereits am Samstag erfolgreich absolviert. Gegen Carina Witthöft aus Hamburg gewann sie nach einer Zitterpartie im ersten Satz souverän 7:6 (13:11), 6:1 und richtete ihren Blick auf ihr Achtelfinale am Montag gegen Misaki Doi aus Japan.
Nicht mehr dabei ist auch Sabine Lisicki. Die Weltranglisten-81. verlor gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa mit 6:7 (2:7), 1:6.