Berlin. . Die Journalistin Daniela Schadt ist seit zwölfJahren die Lebensgefährtin von Joachim Gauck. Der künftige Präsident ist noch immer mit Hansi Gauck verheiratet, der Mutter seiner vier Kinder. Doch das könnte sich bald ändern.

Sie schreibt politische Analysen und macht sich nichts aus Glamour: Auf Bettina Wulff und ihre Patchwork-Familie folgt die kinderlose Journalistin Daniela Schadt – eine First Lady mit komplett anderem Lebensmodell. Ohne Trauschein lebt die 52-Jährige seit 2000 mit Joachim Gauck zusammen, den sie in Nürnberg bei einem seiner Vorträge als Bundesbauftragter für die Stasi-Unterlagen kennenlernte. Verheiratet ist der ehemalige Pfarrer noch immer mit Hansi Gauck, der Mutter seiner vier Kinder. Doch das könnte sich jetzt ändern.

In der Redaktion der Nürnberger Zeitung mischen sich am Montagmorgen Freude und Wehmut: „Sie ist eine tolle Kollegin“, sagt eine Lokalredakteurin über Daniela Schadt. „Sehr liebevoll“ sei sie, und trotz des prominenten Partners angenehm „normal“ geblieben. Auch Chefredakteur Raimund Kirch lobt: „Eine analytische Denkerin und wunderbare Schreiberin.“

„Sie ahnt noch nicht, was auf sie zukommt“

Daniela Schadt sitzt am Sonntag im Zug von Wien nach Nürnberg, als sie von der Berliner Personalentscheidung hört. Es ist ein typischer Sonntagabend: Gauck und Schadt führen eine Fernbeziehung, sie waren zusammen in Wien, jetzt fährt Gauck heim nach Berlin, Schadt zu ihrer Redaktion nach Nürnberg. Sie informiert sofort ihren Chef. Bewegt, freudig, ein bisschen fassungslos.

„Ich glaube, sie ahnt noch gar nicht, was da alles auf sie zukommt“, sagt Raimund Kirch am Montag. Ob sie ab sofort keine Zeile mehr schreibt? „Wenn sie will, stellen wir sie frei, aber eigentlich hätte ich gerne noch ein paar Artikel von ihr.“

Daniela Schadt kam 1985 als Redakteurin zur „Nürnberger Zeitung“. Seit Jahren leitet sie das Ressort Innenpolitik. Sie schreibt routiniert über das Personal im politischen Rampenlicht. Aber selbst im Blitzlichtgewitter stehen?

Sportlich, entspannt

Sicher ist: „Das wird eine andere First Lady als Bettina Wulff“, sagt eine ihrer Kolleginnen, die sie lange kennt. „Glamour ist absolut nicht ihr Ding.“ Vor zwei Jahren, zum Sommerfest des Bundespräsidenten, wenige Stunden nach der Wahl von Christian Wulff, kam Daniela Schadt im hellgrauen Blusenkleid – sportlich, entspannt und mit dem gelassenen Lachen einer Frau, die Gast sein darf und nicht Gastgeberin sein muss.

Stunden zuvor, als Bettina Wulff bei jedem Wahlgang stiller und blasser wurde, war Daniela Schadt noch in der letzten Zählpause mit Gaucks Familie Eis essen gegangen.

Aus dieser Zeit stammt auch Gaucks Satz über das Heiraten: „Schnelle Hochzeit ausgeschlossen, spätere nicht unbedingt“, hatte er für den Fall des Sieges gesagt.

Jetzt müssen sich die beiden erst mal an den Gedanken gewöhnen, nach zwölf Jahren Fernbeziehung unter ein Dach zu ziehen.