Frankfurt/Main. .

Die rot-grüne Regierung in NRW will die geplante Gemeinschaftsschule notfalls im Alleingang einführen. „Wir brauchen für die Genehmigung keine neue gesetzliche Grundlage“, sagte Schulministerin Löhrmann.

Die rot-grüne Regierung in NRW will die von ihr geplante Gemeinschaftsschule notfalls im Alleingang durchboxen. Der „Frankfurter Rundschau“ sagte Kultusministerin Sylvia Löhrmann (Grüne): „Auch wenn ich mir eine breite parlamentarische Unterstützung wünsche, brauchen wir für die Genehmigung von Gemeinschaftsschulen keine neue gesetzliche Grundlage.“ Gleichwohl wolle sie versuchen, mit allen Fraktionen einen Konsens zu erzielen. „Alle Fraktionen des Landtags sind eingeladen, diesen pragmatischen Weg innovativer Schulentwicklung mitzugehen.“

Zur Torpedierung vonseiten der Linkspartei in NRW, die für eine flächendeckende Einführung der Gemeinschaftsschule plädiert und im Regierungsentwurf die Gefahr eines bildungspolitischen Flickenteppichs sieht, sagte Löhrmann: „Radikale Forderungen allein bedeuten noch lange keine gute Schulpolitik.“

Gegenwind wie in Hamburg, wo die schwarz-grüne Regierung mit ihren Plänen zur Einführung der Primarschule gerade bei einem Volksentscheid gescheitert war, fürchtet Löhrmann nicht: „Wir haben in unserem Land lange einen anderen Weg geplant und jetzt auch politisch vereinbart.“ Ein Flächenland und ein Stadtstaat könne man nicht miteinander vergleichen. In Hamburg sei es nicht gelungen, „klar zu machen, dass das nicht nur eine Reform für Bildungsverlierer ist, sondern eine Reform für alle“. (ddp)