Wesel. . Weseler Tierheim will mit Kreisveterinäramt über die aktuelle Notlage sprechen. Tierheimteam bemüht sich um Unterstützung aus der Bevölkerung.

Das Tierheim Wesel kriegt seit Tagen Anrufe besorgter Bürger. Sie haben Igel gefunden, die so klein und leicht sind, dass sie den Winter nicht überleben werden. Das Problem: In Wesel haben die offiziellen Igel-Pflegestellen, die im letzten Jahr bis zu 80 Igel aufgenommen hatten, aufgegeben. „Das ist kein Wunder“, kritisiert Gabi Wettläufer. „Denn die Pflegestellen sind im Stich gelassen worden und fühlten sich überfordert.“

Die Leiterin des Tierheims Wesel rechnet vor, wie die Versorgung von Igeln zu Buche schlägt: „Igel fressen ca. zwei Schälchen Igel- oder Katzenfutter am Tag. Sie können erst dann wieder ausgewildert werden, wenn es keinen Frost mehr gibt, also frühestens im April. Wenn die Pflegestellen bis zu 80 Igel gleichzeitig durch den Winter bringen mussten, geht das in die Hunderte bis Tausende. Hinzu kommen Wurm- und Flohmittel sowie mindestens eine Konsultation beim Tierarzt. Welche private Pflegestelle kann die Aufwendungen in solcher Höhe über Jahre leisten?“

Tierheim darf keine Wildtiere aufnehmen

Das Tierheim darf keine Wildtiere aufnehmen, kann aus Tierschutzerwägungen die Igel aber auch nicht draußen verhungern lassen. Acht Igel werden im Tierheim gerade aufgepäppelt, die zwei Pflegestellen sind schon jetzt überfüllt.

Das Tierheimteam bemüht sich um Unterstützung aus der Bevölkerung. Grundsätzlich gilt: Wenn Igel jetzt unter 200 Gramm wiegen, werden sie nicht mehr genügend Fett ansetzen, um den Winter zu überstehen. Mitte Oktober sollten sie um 300 Gramm wiegen, Ende des Monats um 500 Gramm.

Informationen vom Verein Pro Igel

„Wer hat die Möglichkeit, wenigstens einen Igel bei sich überwintern zu lassen?“, fragt Gabi Wettläufer eindringlich. Wie lange ein Igel gefüttert werden muss, bis er in den Winterschlaf geht, wie sein Schlafquartier beschaffen sein muss und welche Umgebungstemperaturen herrschen sollten, ist vom Verein Pro Igel auf der Seite www.pro-igel.de zusammengestellt worden.

Die Tierheimleiterin will kommende Woche mit dem Kreisveterinäramt besprechen, wie es sich zur aktuellen Notlage der Igel stellt und welche Lösungen gefunden werden können.