Die Formel 1 setzte beim Rennen in Silverstone ein Zeichen des Mitgefühls für die verunglückte Maria de Villota. Die Testfahrerin wurde nach ihrem Unfall erneut operiert. Die Ermittlungen zum Unglück werden wohl noch Monate dauern.

Silverstone. Die verunglückte Formel-1-Testfahrerin Maria de Villota steht nach einer erneuten Operation vor einem langen Weg zurück ins Leben. „Sicher ist, dass es eine lange Zeit dauern wird, bis sie wieder ganz gesund ist. Man muss derzeit noch von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag sehen, ob es bergauf geht“, sagte Marussia-Teamchef John Booth. Zumindest konnte er kurz vor dem Grand Prix in Silverstone am Sonntag erleichtert verkünden: „Sie ist wach und spricht mit der Familie.“

De Villota war am Dienstag bei Übungsfahrten gegen die Laderampe eines Lasters geprallt. Sie zog sich dabei einen Schädelbruch zu und verlor ihr rechtes Auge. Nach dem Unfall war sie zunächst für rund zwölf Stunden operiert und danach in ein künstliches Koma versetzt worden. Am Freitag gaben die Ärzte dann Grünes Licht für eine zweite OP. Der Eingriff am Gesicht sei in deutlich kürzerer Zeit abgeschlossen worden, hieß es.

De Villota reagiere positiv auf die Behandlungen, versicherte der Rennstall. „Es gab jeden Tag bessere Nachrichten“, sagte Booth dem britischen TV-Sender „Sky Sports News“. Marussia hatte zuvor mitgeteilt: „Diese Entwicklungen und die deutlich besseren Signale für Marias Familie haben uns sehr ermutigt.“

Zur Ursache des Unfalls auf dem Flugfeld des englischen Duxford macht das Team aus juristischen Gründen weiterhin keine Angaben. „Die Ermittlungen werden Monate dauern“, sagte Teamchef Booth der „Bild“-Zeitung (Samstag). De Villota war nach einer ersten Proberunde auf gerader Strecke zurück an die Box gekommen und hatte dabei die Kontrolle über das Auto verloren. Die Rennfahrerin sollte an zwei Tagen neue Bauteile für die Autos der Marussia-Stammpiloten Timo Glock und Charles Pic testen. Vorwürfe, der Rennstall sei mit de Villota ein zu hohes Risiko eingegangen, wies Booth zurück. Die 32-Jährige besitzt keine Superlizenz und dürfte nicht bei einem Formel-1-Rennen starten. „Wir haben nicht fahrlässig gehandelt“, sagte Booth. Testfahrten auf gerader Strecke seien „die normale Methode eines Teams, seine jungen Ersatzfahrer zu schulen und ihnen Erfahrung zu bringen. Und es war auch nicht das erste Mal, dass Maria ein modernes Formel-1-Auto gefahren ist“, erklärte der Brite.

De Villotas Rennfahrer-Kollegen zeigten beim Rennen in Silverstone ihr Mitgefühl. Ferrari-Star Fernando Alonso klebte das orangefarbene Sternchen-Logo der Pilotin an seinen Helm und widmete ihr dann auch seine Pole Position.

Das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg sowie Lewis Hamilton und Jenson Button von McLaren fuhren ebenfalls mit dem De-Villota-Stern auf dem Kopfschutz. Weitere Piloten folgten dem Beispiel. Glock und Pic trugen das Symbol auf ihren Autos. „Alles, was wir an diesem Wochenende tun, gibt ihr und ihrer Familie hoffentlich Kraft. Wir wünschen ihr gute Besserung“, sagte de Villotas Landsmann Alonso. (dpa)