Der Schritt habe keinerlei Auswirkungen auf das Wahlergebnis, so Weil. Die Abgeordnete Sigrid Leuschner war zu den Linken übergelaufen.

Hannover. Niedersachsens SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil nimmt den Wechsel der SPD-Abgeordneten Sigrid Leuschner zu den Linken gelassen. Dieser habe „keinerlei Auswirkungen auf das Wahlergebnis“ am 20. Januar, sagte Weil am Dienstag in Hannover. Rache sei nie sympathisch und werde von Wählern auch nicht belohnt. „Wer die Linke wählt, könnte sich schnell schwarz ärgern“, ergänzte Weil.

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Am Montag war bekannt geworden, dass Leuschner nach 44 Jahren die SPD verlässt und Mitglied der Linken wird. Sie begründete diesen Schritt mit der „Inhaltsleere“ der SPD in Niedersachsen, befremdlichen Auftritten von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und ihre Behandlung durch die eigene Partei insbesondere mit Blick auf die parteiinterne Abstimmung gegen die Ehefrau von Altbundeskanzler Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf, im Frühjahr.

Weil betonte, die damalige innerparteiliche Entscheidung sei „urdemokratisch“ gewesen. „Wer das nicht akzeptiert, hat ein Problem mit der Demokratie“, kritisierte er Leuschner.

Die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen sind von einem Sieg für Rot-Grün bei der niedersächsischen Landtagswahl am Sonntag überzeugt. „Wir stehen vor einer klaren Lagerentscheidung: schwarz-gelb oder rot-grün“, sagte Weil am Dienstag in Hannover. Anja Piel und Stefan Wenzel (Grüne) sprachen von einer „enormen Bedeutung eines Richtungswechsels“ für Niedersachsen.

Im Fall eines Wahlsieges stünden Weil zufolge vor allem Bildungsthemen auf der Agenda der SPD, wie die Abschaffung der Studiengebühren, Schulleitermangel und fehlende Krippenplätze. Die Grünen setzen auf die Einführung eines Mindestlohns, eine gerechtere Einwanderungspolitik und den Netzausbau für erneuerbare Energien.