Technisch wären Schutzstreifen für Radfahrer auf der viel befahrenen Straße realisierbar. SPD und GAL in Altona planen Vorstoß per Koalitionsvertrag.

Hamburg. Die neue rot-grüne Koalition im Bezirk Altona steht. Rund ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl sollen die Mitglieder von SPD und GAL am 16. August bei ihren jeweiligen Versammlungen den 28-seitigen Koalitionsvertrag absegnen. Dieser sieht unter anderem vor, im Bezirk jährlich 900 Wohnungen zu errichten und Fahrradfahrer zu schützen, insbesondere auf der Elbchaussee. Dort sollen nach Vorstellung von SPD und GAL Schutzstreifen für Radfahrer entstehen - "möglichst durchgängig", wie es in dem gemeinsamen Papier heißt.

"Die Stärkung nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer ist einer der wichtigsten Punkte", sagt GAL-Sprecher Jérôme Cholet. Und die Umsetzung an der Elbchaussee scheint zumindest nicht ausgeschlossen. Wie Helma Krstanoski, Sprecherin der Wirtschaftsbehörde, abendblatt.de bestätigte, wären Schutzstreifen für Radfahrer auf der viel befahrenen Straße realisierbar. "Technisch ist es möglich", sagt Krstanoski in Bezug auf eine vor zwei Jahren vom damaligen Senat angestellte Untersuchung. Herausforderungen wären demnach allerdings die bauliche Anpassung der Kreuzungen Hohenzollernring und Halbmondsweg. Letztere passieren täglich über 40.000 Fahrzeuge. Insgesamt sind laut Gutachten für eine entsprechnede Umgestaltung der Elbchaussee eine Million Euro veranschlagt - gleichzeitig ein möglicher Knackpunkt für die gewünschten Radstreifen. "Das Geld ist zur Zeit nicht vorhanden", sagt Krstanoski. Außerdem müsste die Straßenverkehrsbehörde ein entsprechendes Vorhaben mittragen.

+++ Stadtteilreporter berichten: Gefährliche Hamburger Radwege +++

Erst vor zwei Wochen teilte die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) mit, dass der Senat noch in diesem Jahr insgesamt 13,5 Millionen Euro und damit vier Millionen Euro mehr als noch 2010 in Hamburgs Radwege investieren will. Bei seiner Offensive setzt der Senat auf noch mehr Radfahrstreifen - also Spuren direkt auf der Straße. Diese sollen jetzt auch auf der Bebelallee nördlich der Deelböge bis zur Hindenburgstraße (Alsterdorf) entstehen. Außerdem werden hier zwei Kreuzungen auf der Strecke "fahrradgerecht" umgebaut. Im Bereich rund um den Eppendorfer Markt, Ludolfstraße, Heineckestraße/Kreuzung Kellinghusenstraße ist eine Radwege-Sanierung geplant.

Derweil ist ein weiteres Anliegen von Rot-Grün in Altona die frühzeitige Bürgerbeteiligung bei Bauvorhaben. Mit der Ausgestaltung des Vertrages seien die Grünen laut Cholet "sehr zufrieden". Dennoch müsse die Partei auf der Versammlung noch um die Zustimmung zum Koalitionsvertrag kämpfen.

Einig sind sich SPD und Grüne über eine Neubesetzung des Bezirksamtsleiters. Demnach wird der bis Mitte 2013 laufende Vertrag des parteilosen Leiters Jürgen Warmke-Rose nicht verlängert. Der Posten solle unter Einbeziehung der Altonaer Bürgerinnen und Bürger neu besetzt werden, verspricht GAL-Sprecher Cholet. "Die Stelle wird ganz transparent ausgeschrieben."