Hamburgs Prominenz tummelte sich am Abend in Nienstedten. Verleger Klaus Schümann hatte zum Blankeneser Neujahrsempfang geladen.

Hamburg. Nienstedten Es herrscht jedes Mal drangvolle Enge und ist doch seit 16 Jahren eine Hamburger Tradition: Auch der 17. Blankeneser Neujahrsempfang im Hotel Louis C. Jacob war gestern Abend mit hochkarätigen politischen Rednern besetzt. Wieder einmal hatte es der Gastgeber und Blankeneser Verleger Klaus Schümann geschafft, 850 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft an die Elbchaussee zu locken. Gilt doch die Feier, von allen nur „Klönschnackempfang“ genannt, als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Veranstaltungen zum Jahresauftakt. Hierher kommt der Gast mit der Vorfreude auf interessante und kurzweilige Reden und nicht ganz so winterlicher Garderobe – wegen des begrenzten Platzes wird es nicht nur sehr voll, sondern auch heiß.

Der illustren Gäste bewusst war sich auch Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der sich nicht lange bitten lassen musste, eine Rede zu halten. Scholz sprach in seiner Rede die Wohnungsknappheit in der Hansestadt an. „Mit dem Wohnungsbau dürfen wir nie wieder aufhören“, betonte er. Jeder, der in Hamburg sein Glück suche, müsse eine Chance auf Wohnraum haben. Ihm folgten Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, und Peer Steinbrück (SPD), der vor allem die Bedeutung der Europäischen Union hervorhob. „Europa ist die Antwort auf 1945. Europa ist aber auch die Antwort auf das 21. Jahrhundert“, betonte der frühere Bundesfinanzminister. Steinbrück warb außerdem eindringlich für den Respekt vor den demokratischen Parteien. Die oftmals berechtigte Kritik am Stil von Politikern dürfe nie in Verachtung für das Parteiensystem umschlagen. Özdemir nutzte seine Rede, um ein größeres Engagement bei Energieeffizienz und weiteren Umweltthemen einzufordern. Deutschland habe einen Bedarf bei der energetischen Gebäudesanierung von 18 Milliarden Euro. Daher dürfe bei diesem Thema von der Regierung nicht nachgelassen werden.

Schümanns Rede begann hingegen mit augenzwinkernder Kritik an der Bundeskanzlerin: „Angela Merkel hat für heute eine Kabinettssitzung anberaumt. Leider hat sie den Termin nicht mit mir abgestimmt, denn das bedeutet Anwesenheitspflicht für alle Minister. Ursula von der Leyen, Arbeits- und Sozialministerin, ist deshalb heute nicht dabei. Und weil die SPD heute zur Fraktionssitzung lud, kann Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier auch nicht hier sein. Beide lassen sich entschuldigen“, sagte der Gastgeber. Auch sonst sorgten Schümanns Worte mehrmals für spontanes Gelächter. Und wahrscheinlich beherzigen nun alle seinen selbstironischen Tipp:

„Trau, schau wem,
keen Schweden und keen Dän’
keen vun de Ems un keen
vun de Weser
aber erst recht keen Blankneser!“

Gemeinsam mit dem Hausherrn des Hotels, Jost Deitmar, gab Schümann jedem Gast die Hand, darunter Kaffeekönig Albert Darboven, Liedermacher Rolf Zuckowski, „Tagesschau“-Sprecher Marc Bator, Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt, Schauspielerin und TV-Polizistin Sanna Englund („Notruf Hafenkante“) und ZDF-Kollege Wolfgang Stumph („Stubbe – Von Fall zu Fall“), Mäzen Ian K. Karan sowie Produzent und Autor Hubertus Meyer-Burckhardt. Mit dabei waren auch Simone und Christoph Ahlhaus, Ex-Bürgermeister (CDU). Die frischgebackenen Eltern erzählten strahlend von ihrer dreieinhalb Monate alten Tochter Charlotte. „Sie ist einfach ein absolutes Traumkind, ein Engel. Sie schläft so gut wie durch und strahlt den ganzen Tag“, schwärmte die ehemalige First Lady Hamburgs. Das Paar war auch unter den Gästen des gemütlichen Vorempfangs, zu dem bereits um 17 Uhr 100 Ehrengäste im Hotel begrüßt wurden.

Eine Dame, die in jedem Jahr an Klaus Schümanns Seite war, fehlte jedoch gestern: seine Frau Gisela. Schon länger gab es Gerüchte, dass die Eheleute kein Paar mehr sind. Schümann erklärte offen: „Ja, es stimmt, ich bin getrennt. Und ja, ich habe eine neue Partnerin, die heute auch hier ist, und ich bin sehr glücklich.“ Wer die „neue Frau seines Lebens“ ist, wollte er nicht verraten. „Das ist noch zu früh.“

Die Mitglieder des Lions Clubs Hamburg-Blankenese verkauften eifrig Tombolalose für 25 Euro zugunsten von„Kinder in Not“ und das St.-Ansgar-Stift in Altona. Hauptgewinn: eine Kreuzfahrt auf der MS „Deutschland“.